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Kurze Übersicht über die Geschichte des Ratsgymnasiums
1561 vom Rat der Stadt aus dem Geist des Humanismus und der Reformation gegen manchen Widerstand gegründet, war das Gymnasium durch vier Jahrhunderte nicht aus dem Leben der Stadt wegzudenken.
Als „gymnasium senatorium“, später „königl.“, dann „staatl.“ humanistisches Gymnasium, vermittelte es Generationen junger Menschen humanistische Bildung und humanistischen Geist; Verantwortungsbewusstsein für das eigene Handeln, für den Mitmenschen, für das Gemeinwohl in ,polis’ und ,res publica’. Nach Schließung der Universität 1816 lebte der humanistische Geist vor allem am Gymnasium fort. 1950 passte das humanistische Gymnasium nicht in das damalige nivellierende Bildungssystem und es wurde aufgelöst. Ehemalige Lehrer und Schüler in Ost und West bewahrten Kontakte zueinander, weitgehend der Verdienst von Dr. Otto Schäfer. 1990 entstand die Vision des möglichen Wiedererstehens, lebhaft begrüßt von Bürgern und von den nun in Stadt und Land Verantwortlichen. Hoffen und durchhalten war vonnöten - ,sperare et perseverare’. 1991 schien das Ziel schon greifbar nahe, doch die Initiativen u.a. des Oberbürgermeisters, Bildungsdezernenten und Kulturministeriums standen anderen Interessen entgegen. 1992 übernimmt der Ev. Kirchenkreis Erfurt verantwortungsbewusst und mutig die Schulträgerschaft und gibt so der Landeshauptstadt ein Schule wieder, die in ihrer Form gerade jetzt in der Bildungslandschaft nicht fehlen darf.
Dank den Wegbereitern und der Schule einen erfolgreichen Neubeginn!
Werner Seydlitz, Abiturient v. 1936
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